Im Kern spiegelt der Forex-Markt die relative Stärke oder Schwäche einer Währung gegenüber einer anderen wider. Diese Stärke hängt nicht nur von wirtschaftlichen Fundamentaldaten wie BIP, Inflation oder Zinssätzen ab, sondern auch von der politischen Stabilität und den innerstaatlichen Dynamiken der Länder. Geopolitische Ereignisse wirken oft als Katalysatoren, die diese Stabilität stärken oder untergraben – und damit die Anlegerstimmung sowie die Währungskurse beeinflussen.
1. Risikowahrnehmung und sichere Häfen
Geopolitische Spannungen erhöhen häufig die Unsicherheit an den Märkten. In solchen Situationen flüchten Investoren in sogenannte Safe-Haven-Währungen wie den US-Dollar (USD), den Schweizer Franken (CHF) und den japanischen Yen (JPY). Diese Währungen gelten aufgrund der Stabilität ihrer Länder als sicher. Während der Russland-Ukraine-Krise 2014 stieg beispielsweise die Nachfrage nach USD und CHF deutlich an.
2. Auswirkungen auf rohstoffabhängige Währungen
Länder, die stark vom Rohstoffexport abhängig sind – wie Australien (AUD), Kanada (CAD) oder Russland (RUB) – erleben oft starke Währungsschwankungen infolge geopolitischer Ereignisse, die Rohstoffpreise beeinflussen. Konflikte im Nahen Osten können etwa das Ölangebot stören und die Preise steigen lassen. Dies stärkt den kanadischen Dollar als Öl-Exporteur, während Währungen ölimportierender Länder schwächer werden.
3. Wirtschaftssanktionen und Währungsabwertung
Sanktionen sind ein mächtiges geopolitisches Instrument. Wird ein Land sanktioniert, leidet häufig seine Wirtschaft, was zu einer Abwertung seiner Währung führt. Ein Beispiel sind die Sanktionen gegen Russland nach der Annexion der Krim 2014. Der Rubel verlor stark an Wert, da internationale Investoren den Markt verließen.
4. Handelskriege und Währungsmanipulation
Geopolitische Spannungen äußern sich oft in Handelskriegen mit gegenseitigen Zöllen. Während des Handelskonflikts zwischen den USA und China zeigte der chinesische Yuan (CNY) starke Volatilität. China wurde vorgeworfen, seine Währung bewusst abzuwerten, um Exporte wettbewerbsfähiger zu machen.